Die Friteuse (A frigideira)

DACOSTA Fernando

Sozialdrama (1 D / 4 H / 1 Dek)

frei zur UA


A Frigideira (die Friteuse, Bratpfanne) war eine Hütte aus Ziegeln und Zink, im Konzentrationslager Tarrafal auf den Kapverdischen Inseln, wo man die deportierten Politiker eingesperrt hat. Die Temperatur erreichte hier 60 Grad.
An diese Friteuse fühlt sich ein Mann erinnert, der kurz darauf Selbstmord begeht. Denn er ist einer von vielen, die in einer nahen Zukunft dem sich radikal verändernden Arbeitsmarkt zum Opfer fallen. Es gibt nur mehr multinationale Konzerne, die mächtiger sind als die Staaten und deren Gesetze. Die Eigentümer vertreten die Ansicht, dass sich die alten Angestellten nicht mehr an die neuen Technologien anpassen können. All jene, die die Frühpension und die Entschädigungszahlungen, die man ihnen vorgeschlagen hatte, nicht akzeptiert haben, wurden in das letzte Stockwerk eines Gebäudes verbannt, das für diesen Zweck vorbereitet worden war.
„Hier bekamen sie nichts zu tun. Am Ende des Nachmittags standen sie auf und gingen. So verbringen sie ihre Tage: starr und absurd.“
Damals hat Herr Sebastian Wochen in einem ähnlichen Raum verbracht. Agenten der PIDE haben ihn der so genannten „Folter der Statue“ unterzogen. Die Diktatur hatte ihn gedemütigt, indem sie ihn nicht niedersetzen ließ. Die Demokratie demütigte ihn, indem sie ihn nicht aufstehen ließ. Die Freiheit war für ihn eine Lüge geworden…

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt von Klaus Watzl-Schmotz.

 

LESEPROBE

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