zuckersüß

BARLIĆ Doris

Monolog (1 D / 1 Dek)

frei zur UA

 

zuckersüß ist ein imaginärer Dialog für eine nicht ganz so starke Frau.
Diese Frau sitzt in einem Kaffeehaus. Alleine. Im fiktiven Gespräch mit ihrem Freund erfährt das Publikum, dass sie ihren Kaffee gerne schwarz und ohne Zucker trinkt, sie ihre kleine graue Katze „Madmäuselle“ nennt oder ein sexuelles Missgeschick zu einer Nebenhöhlenentzündung geführt hat. Sie mag auch das Geräusch, wenn die Plättchen bei „Vier gewinnt“ in den Raster fallen. Auch wenn sie immer verliert.
„Gut, niemand verliert immer. Aber ich verliere meistens. Und ich mag es trotzdem.“
So wie ihr Leben.
Ihr Freund hat sie verlassen. „Du bist immer für mich da. Es macht mich krank, dass du immer für mich da bist. Ich kann es nicht ertragen. Ich habe es einfach nicht geschafft dich auch zu lieben.“
Und sie mag es trotzdem.
In ihrer Tasche hat sie einen Schwangerschaftsschnelltest. Und wenn das Publikum kurz auf ihre Sachen aufpasst, sagt sie auch, was dabei rausgekommen ist…

 

zuckersüß ist der stille Hilfeschrei einer einsamen jungen Frau, die eigentlich nur geliebt werden möchte. Ihr Selbstwertgefühl ist zerstört, Hoffnung gibt es für sie keine mehr. Aber dennoch lebt sie – und das weiß sie auch.
Die gewählte Naivität der Sprache erzeugt Nähe, zur Figur und zum Leben. Die anekdotenhafte Erzählweise schafft zudem eine beklemmende Vertrautheit. Und spätestens wenn der erste Stein bei „Vier gewinnt“ fällt, ist man ganz bei dieser Frau, die nicht nur Mitleid, sonder auch Mitgefühl weckt.

 

LESEPROBE

Manuskriptanforderung an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.