Eine Migrantenhochzeit (Göçmen Dügünü)

ÖZTÜRK ÇETINDOĞAN Müşerref

Groteske (10 D / 12 H / 1 Dek)

 

Im Stück wird eine Hochzeit gefeiert, die aber – der Titel lässt es vermuten – eine besondere ist. „Migranten“ bezieht sich sowohl auf die Familie der Braut, die vom anatolischen Land „nur“ nach Istanbul zog, wie auf die des Bräutigams, die sich Anfang der 60er Jahre auf den weiteren Weg nach Deutschland machte, um hier ein Restaurant zu eröffnen. Jahre später finden sich deren Kinder Saadet und Murat via Internet: Saadet will unbedingt nach Deutschland, Murat will eine türkische Frau – so landen die beiden, ohne viel voneinander zu wissen, auf dem Standesamt.
Çetindogan lässt in ihrem als Groteske betitelten Stück auf boshaft-witzige Art die Vorurteile und Klischees beider Lebensweisen aufeinanderprallen. Ihr gelingt nicht nur eine augenzwinkernde Abrechnung mit ihren Landsleuten, sondern im tieferen Sinne auch eine Beschreibung von Heimat. Es geht um nicht weniger als die Frage, wohin jemand gehört: in welchen Lebensentwurf, in welches Land, in welche Weltanschauung, ja, im Falle des Alleinunterhalters und Transvestiten Iclal sogar um die Frage, in welches Geschlecht.
Lars-Ole Walburg

Eine Migrantenhochzeit wurde beim Stückemarkt 2007 neben vier weiteren aus 494 eingereichten Stücken von einer Jury ausgewählt, um im Rahmen des Theatertreffens erstmalig in einer szenischen Lesung im Haus der Berliner Festspiele präsentiert zu werden.

 

Aus dem Türkischen übersetzt von Thomas Balkenhol.

 

DSE: Badisches Staatstheater Karlsruhe / INSEL in der Spielzeit 08/09

 

"In der sehr gut besuchten Spielstätte INSEL spendeten begeisterte Zuschauer langanhaltenden Applaus für eine freche, spritzige, teils groteske und wohltuend unterhaltsame Aufführung, deren Kern ans Eingemachte geht." (Badische Neueste Nachrichten)

 

LESEPROBE

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