Arzt wider Willen

MOLIÈRE Jean-Baptiste

Komödie (3 D / 9 H / 2 Dek)

 

Neufassung und Übersetzung von Albert Tisal & Barbara Krahl-Tisal nach Jean-Baptiste Molières Komödie Le Médecin malgré lui


Die Uraufführung von Le Médecin malgré lui findet am 6. April 1666 im Pariser Palais Royal statt, im Theater Molières. Molière, schon schwer gezeichnet von seiner Lungenkrankheit, schreibt diese Giugnolade kurz nach seinem Menschenfeind (Le Misanthrope) und sie erscheint wie ein heiteres Nachspiel zu diesem ernst-komischen Thema über die Vergeblichkeit menschlicher Aufklärung.
Von Anfang an eroberte Molières Arzt wider Willen das Publikum und wurde zu seinem meistgespielten Stück.
Molière hatte das Thema des Le Paysan médecin (Der Bauernarzt) schon in seiner Burleske Le Médecin volant (Der fliegende Doktor) und in seinem L’Amour médecin (Die Liebe als Arzt) verwendet und es gibt Ähnlichkeiten zwischen den drei Stücken. Denkt man noch an seinen Le Malade imaginaire (Der eingebildete Kranke), kann man schon fast an eine Molière’sche Obsession zum Thema „Arzt“ denken.
Trotz vieler zeitgemäßer Anspielungen haben seine „Ärzte“ die Jahrhunderte überlebt, ohne etwas von ihrer Aktualität verloren zu haben.
Sein „Sganarelle“, der zum Arzt wider Willen geprügelte Holzhacker, hinter dem, wie schon sein Name sagt, ein Liebhaber von Streichen, ein Anstifter von Intrigen und ein durchtriebener Spaßvogel steckt, verführt sein Publikum mit seinem Humor, seiner Verschlagenheit und seinem Esprit und…seiner Menschlichkeit.
Er hat die fröhliche Klugheit eines Epikuräers der kleinen Leute und ist aus Instinkt Philosoph, der begriffen hat, dass das Leben würdig ist, gelebt zu werden, und er stützt sich dabei auf seinen gesunden Menschenverstand und seinen spontanen Optimismus.
In Arzt wider Willen äußert sich Molière mit solch geballter Theaterkraft wie nur noch in seinen Les fourberies de Scapin (Die Schelmenstreiche Scapins). Seine Farce ist ein Feuerwerk von Spaß, Wortwitz bis hin zum Kalauer, clownesken Situationen und wie in diesem Fall haarsträubenden medizinischen Praktiken, vorgetragen mit einer so rasanten Brillanz, dass selbst der kritische Zuschauer alle seine Hintergedanken unterdrückt und nur das Lachen übrig bleibt – selbst Ärzte sollen dabei herzlich gelacht haben.


UA: 1. Juni 1998 bei den Komödienspielen Porcia / Schloss Porcia, Spittal an der Drau / A

 

LESEPROBE

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