Furcht, Elend und Glück des neuen Deutschland

ZÜRNER Bernhard

Shuffle-Stück (2 D / 5 H / 1-20 Dek)

frei zur UA

 

Beschlossen wir uns umzusehen:
was für ein Volk,
bestehend aus was für Menschen,
in welchem Zustand,
mit was für Gedanken!?
Bert Brecht

 

Dieses Zitat bzw. diese Fragestellung stellt die Grundlage einer dramatischen Bestandsaufnahme dar, die das neue Deutschland samt seiner zukünftigen Herausforderungen in 20 Szenen seziert. In exemplarischen szenischen Miniaturen, die in ihrer Verdichtung auch vor großen Themen nicht zurückschrecken, werden nicht nur ein Land und seine Menschen in den Mittelpunkt gerückt, sondern auch Diskussionsgrundlagen geschaffen, die weit über den Bühnenrand hinausgehen.
Enttäuschung in Ost und West, „Ostalgie“, politische Unterwürfigkeit, Werkspionage, bedrohliche Islamisten, religiöse Entfremdung, umstrittene Gedenkrituale, scheiternde Frauen, hartnäckige Querulanten, Auffassungs-verbote, vertuschte Verbrechen, absurde Finanzpraktiken u.a. – ein breites Spektrum wird abgedeckt, mal direkt an- und ausgesprochen, mal als Parabel verpackt oder satirisch überzeichnet auf den Punkt gebracht.

 

„Nein, das neue Deutschland hat nichts gemein mit dem versunkenen Hitler-Deutschland... Als Bertolt Brecht 1938 die 24 Szenen seines Stückes 'Furcht und Elend des Dritten Reiches' in Druck gab, hat er sich sein Vaterland nach Hitler nur als ein kommunistisches Deutschland ohne Furcht und Elend vorstellen können. Das war nach dem Irrtum über den roten Sozialismus sein zweiter Irrtum. Mit seiner theatralischen Anklage wollte der Dichter ein sogenanntes Shuffle-Stück geschrieben haben (ohne dass der englische Terminus damals schon üblich war): die literarische Vorlage von einander unabhängiger Bühnenszenen, aus denen ein Regisseur die in seiner Sicht gelungenen und aussagekräftigen auswählt, sie gegebenenfalls kürzt, neu mischt und anders einteilt. Für mein Stück könnte das gleiche Darbietungsprinzip gelten.“

Bernhard Zürner

 

LESEPROBE

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