Das Zweite Leben des Franz von Assisi

SARAMAGO José

frei zur DSE

 

Die von Franz von Assisi vor langer Zeit gegründete Bruderschaft hat sich in der Gegenwart in eine Gesellschaft mit marktwirtschaftlicher Ausrichtung verwandelt. Der Rat tagt und bespricht die Lage der Gesellschaft: Verkaufsrückgänge, Aktienerwerb und -verkauf, Schulung des Verkaufspersonals, Verbesserung des Produkts und Umfragewerte werden erörtert. Elias hat umfassende Kompetenzen und leitet die Gesellschaft, die über ein großes Vermögen verfügt.

Franz kehrt nach langer Zeit zurück und will – nachdem er erkannt hat, was aus seiner Bruderschaft geworden ist – die Gesellschaft wieder zurückverwandeln; in die Bruderschaft, die über keine Mittel verfügte und den Armen half. Er stellt sich gegen Elias und fordert ihn heraus. In einer Abstimmung wird Franz mit der Neuorientierung der Agenten, des Verkaufspersonals, betraut. Was die Führung der Gesellschaft betrifft, kann er sich jedoch nicht gegen Elias durchsetzen.

Franz versucht nun, da er die Gesellschaft nicht zu den Ursprüngen zurückführen kann, diese zu zerstören und von Neuem zu beginnen. Er versucht die Agenten dahingehend zu schulen, dass sie wieder die ursprüngliche Armut nach außen tragen – das wäre das Ende der Gesellschaft. Doch Elias erkennt den Plan von Franz und beruft eine Sitzung ein, in der Franz seiner Position enthoben wird und von nun an als jeglicher Kompetenzen und Rechte Beraubter ein Dasein als Außenseiter in seiner von ihm gegründeten Gesellschaft führen muss. Franz versucht die Armen zu Hilfe zu rufen, doch diese versagen ihm die Gefolgschaft, da er die Armut verherrlicht hat und nicht versucht hat sie zu beseitigen. Die Armen sehen sich außer Stande Franz bei der Zerstörung der Gesellschaft und der Reichen behilflich zu sein. Angesichts dieser Tatsachen entschließt er sich einen neuen Namen anzunehmen, nämlich Joao, und ein neues Leben zu beginnen. In Begleitung seiner Mutter und einiger Getreuer nimmt er sein zweites Leben in Angriff, das der Bekämpfung der Armut dienen und nicht diese verherrlichen soll.

 

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