Die meisten Selbstmorde geschehen sonntags

BURZYNSKA Anna

Tragikomödie (1 D / 1 H / 1 Dek)

 

Inspiriert von einem Artikel in dem Nachrichtenmagazin „Polityka“, in dem über die auffällige Häufigkeit sonntäglicher Selbstmorde unter jungen polnischen Geschäftsmännern berichtet wurde, entwarf Anna Burzynska in ihrem Stück ein modernes Paar. Klara und Nik haben es geschafft. Die Provinz, aus der sie stammen, haben sie samt ihrer Familie zurückgelassen und sind in der Hauptstadt zielstrebig weit aufgestiegen: Traumjob. Traumgehalt. Traumauto. Traumwohnung. Traumpaar? Sie machen Erfolg zu ihrer Religion, die sie jedoch nicht auf Misserfolge vorbereitet. Als sie schließlich ihren Job verlieren, schaffen sie es nicht sich gegenseitig die Wahrheit zu sagen. Obwohl sie nun viel Zeit haben, geben sie vor genauso beschäftigt zu sein wie zuvor. Anstatt die Zeit gemeinsam zu verbringen, hinterlassen sie sich gegenseitig Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Als die Medien die Wirtschaftskrise als Bedrohung beim Namen nennen, bricht ihre fiktive Welt langsam zusammen und damit auch ihr Lebenswille. Paradoxerweise wächst das junge Paar in dem Moment zusammen, als sie die Entscheidung treffen vor dem Leben davonzulaufen. Und sie machen das ganz „business-like“, indem sie den Tag im Kalender eintragen und ihre Ansage auf dem Anrufbeantworter ändern: „Wir sind nicht mehr länger hier!“

 

Anna Burzynska hat mit Die meisten Selbstmorde geschehen sonntags ein ebenso treffendes wie komisches Stück über eine Generation geschrieben, die das Streben nach Glück mit dem Streben nach Geld verwechselt und darüber vergessen hat zu leben.

 

DSE: 9. Mai 2007 durch Theater GegenStand in der Waggonhalle Marburg

Aus dem Polnischen übersetzt von Christina Marie Hauptmeier.

 

„Das Stück passt in unsere Zeit wie die Faust aufs Auge.“ (Oberhessische Presse)

 

LESEPROBE

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